Vorträge anschauen 2008



Thomas Höpker / deutsch

Deutsche Fotografen sind rar unter den Mitgliedern der legendären Fotoagentur MAGNUM. Seit 1989 gehört der 71-jährige Thomas Höpker dazu und war von 2003 bis 2006 sogar ihr Präsident. Dorthin führte ihn eine beispiellose Karriere, die 1960 als Fotoreporter bei der "Münchner Illustrierten" begann. Zwischenstationen waren Korrespondenten-Tätigkeiten für den "stern" in Ostberlin und New York. In dieser Zeit entstehen viele seiner bedeutendsten Fotos und Reportagen, u.a. die über Mohammad Ali. Von 1978 bis 1981 war er verantwortlich für Fotografie und Gestaltung der amerikanischen Ausgabe von "Geo", von 1986 bis 1989 arbeitete er als Art Director beim "stern". Thomas Höpker fotografiert aber nicht nur, er drehte in den letzten Jahren auch mehrere Dokumentarfilme. Insgesamt hat er über 20 Bildbände publiziert. Er lebt in New York und Berlin. Sein Vortrag im Design-Center gibt einen Überblick über sein Lebenswerk.

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Steve McCurry / englisch

Der amerikanische MAGNUM-Fotograf Steve McCurry macht das hochkarätige Vortragsprogramm des Festivals für jungen Fotojournalismus komplett. Seit 1986 ist McCurry Mitglied der Fotografenagentur MAGNUM. Studiert hat er an der Pennsylvania State University Film und Geschichte. Seine Dokumentation der russischen Invasion in Afghanistan brachte ihm die Robert-Capa-Medaille ein. Die Verbundenheit mit der afghanischen Thematik macht ihn schließlich auch weltbekannt: Sein Foto des Flüchtlingsmädchens mit den unglaublich grünen Augen, das keinen Betrachter kalt lässt, kam auf den Titel von National Geographic und wurde auf der ganzen Welt unzählige Male gedruckt. Im Jahr 2002 organisierte National Geographic eine Expedition und man fand Sharbat Gula, so der Name des Mädchens, in Afghanistan. Sechs Mal gewann Steve McCurry Preise beim World Press Photo Award und seit 2005 ist er Ehrenmitglied der Royal Photographic Society of Great Britain. Beim Festival zeigt er einen Querschnitt seiner Arbeit.

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Antonin Kratochvil / englisch

Es ist unglaublich, was der Tscheche Antonin Kratochvil als Fotograf unter einen Hut bekommt. Seine Schwarzweiß-Bilder aus den Konfliktgebieten der Welt haben ihn bekannt gemacht, ebenso die düsteren Fotos aus dem Osten Europas. Aber seit einiger Zeit macht Kratochvil auch mit seinen herausragenden Portraits von sich reden. Er fotografiert sie mit der scheinbaren Leichtigkeit des Reporters und doch hat man oft das Gefühl, dass ihm dabei die ultimativen Fotos von Stars wie Jean Reno, David Bowie oder Johnny Depp gelingen.

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Vanessa Winship / englisch

Die englische Fotografin Vanessa Winship kommt zum Festival für jungen Fotojournalismus nach Hannover. Dort wird sie am Donnerstag, den 19. Juni um 19:30 Uhr einen Vortrag über ihre Arbeit halten. Sie hat in London an der Westminster University Film und Fotografie studiert und später am London College of Printing ihr Postgraduate Diploma erlangt. Seit 1992 arbeitet sie als freie Fotojournalistin. Im mare-Verlag hat sie ein wunderbares Buch über das Schwarze Meer publiziert, für das sie alle Anrainer-Staaten bereiste. In diesem Jahr gewann sie beim World Press Photo den 1. Preis in der Kategorie "Portrait Stories". Sie ist Mitglied der französischen Agentur Agence VU.

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Thomas Dworzak / englisch

Er ist einer der wenigen deutschen MAGNUM-Fotografen und einer der jüngsten sowieso. Einen Namen gemacht hat sich Thomas Dworzak als Kriegsberichter in Afghanistan, dem Irak und Tschetschenien. Seine Arbeit im Irak hat er in einem auch formal höchst interessanten Podcast verarbeitet: "Mash Iraq".

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Heidi und Hans-Jürgen Koch / deutsch

Heidi und Hans-Jürgen Koch zählen zu den besten und gleichzeitig ungewöhnlichsten internationalen Tierfotografen. Obwohl beide von Hause aus Biologen sind, haben ihre Bildgeschichten häufig journalistischen Charakter und gehen über die reine Illustration hinaus. Ungewöhnlich aber sind sie immer. Begonnen haben sie ihre Karriere, in deren Verlauf ihre Bilder in zahlreichen renommierten Magazinen wie stern, Geo, mare, National Geographic und Sunday Times gedruckt wurden, mit Bildserien über gewöhnliche Tiere wie die Hausfliege oder das Hausschwein, für die sich vor ihnen kaum jemals ein Fotograf interessierte. Viele ihrer Fotos treten den Beweis an, dass herausragende Tierfotografie mehr bedarf, als eine Fotosafari in exotische Wildnis. Noch nie wurden Eisbären aufregender dargestellt, als in ihren Bildern, die allesamt in Zoos entstanden sind. In der Zeitschrift „mare“ wurde diese Arbeit in opulenter Weise publiziert. Und so spannend, komisch und originell wie ihre Fotos sind auch ihre Vorträge über ihre Arbeit.

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Kai Wiedenhöfer / deutsch

Kai Wiedenhöfer, geboren 1966 in Schwenningen am Neckar, studierte Fotojournalismus an der Folkwangschule/Universität Essen und Arabisch in Damaskus. Seit 1989 ist der Nahe Osten sein Arbeitsschwerpunkt. Er erhielt verschiedene Stipendien und Preise, wie die Leica Medal of Excellence, den Alexia Grant für Weltfrieden und Verständigung, zwei World Press Awards sowie 2002 den Eugene Smith Grant in humanistischer Photographie. Im Steidl Verlag veröffentlichte er „Perfect Peace – the Palestinians from Intifada to Intifada" und 2007 im selben Verlag sein neues Buch „Wall“. Obwohl Kai Wiedenhöfer zu der jüngeren Generation der Fotojournalisten gehört, hat er schon ein beachtliches Werk fotografiert, das er im Hörsaal des Design-Centers zeigen wird.

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