Ausstellungen 2012

Mehr als 1170 Bewerbungen aus 73 Ländern waren 2012 für den FREELENS Award und 189 Multimedia-Bewerbungen aus 38 Ländern im Festivalbüro eingetroffen. Die 60 besten Fotoarbeiten, sowie die 22 besten Multimediageschichten wurden von einem Juryteam ausgewählt und während dem 3. LUMIX Fotofestival gezeigt.

Acht von ihnen wurden am Festivalsamstag mit einem Preis oder einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet:


Die Gewinnerarbeiten


Der Amerikaner Peter van Agtmael gewinnt mit seiner Arbeit »Disco Night Sept. 11« den FREELENS Award und 10.000 Euro Preisgeld. Seine Arbeit ist eine Aufzeichnung von Augenblicken aus der Zeit, in der Peter van Agtmael auf einem schmalen Pfad wanderte – zwischen seiner naiven Faszination, die er als Kind für den Krieg empfand, und der Brutalität, die er später als Kriegsfotograf im Irak und Afghanistan erlebte.


Bharat Choudhary erhielt eine Lobende Erwähnung mit 1.000 Euro für »The Silence of Others«. Nach den Anschlägen in New York 2001 und London 2005 stereotypisierten westliche Medien Muslime oft als Terroristen. Der Generalverdacht der Öffentlichkeit entlud sich teilweise in körperlicher und seelischer Gewalt gegenüber unbescholtenen Mitbürgern muslimischen Glaubens. Auf seiner Reise vom Mittleren Westen der USA bis nach Großbritannien hielt Bharat Choudhary den Umgang junger Muslime mit diesen Angriffen und Diskriminierungen in tiefgründigen Porträts fest.


Tomasz Lazar bekam für seine Reportage »Theater of Life« eine Lobende Erwähnung und 1.000 Euro. Sein Langzeitprojekt thematisiert die gesellschaftlichen Veränderungen unter dem zunehmenden Einfluss von Kultur und Technologie.


Eine weitere Lobende Erwähnung ging an Sebastian Listes Reportage »Urban Quilombos« über Freundschaften, Liebe, Betrug, Konflikte und Einheit in Salvador da Bahia.


Der bei der Ausübung seiner Arbeit verstorbene Rémi Ochlik erhält den HAZ Publikumspreis, der mit 1.000 Euro dotiert ist. In seiner Fotoreportage »Arab Spring« hielt er den Arabischen Frühling fest.


Der Lumix Multimedia Award und 5.000 Euro für die beste Multimedia-Story gingen an die niederländische Fotografin Ilvy Njiokiktjien für »Afrikaner Blood«. Sie und ihre Ko-Autorin Elles van Gelder überzeugten mit ihrer Geschichte über eine Gruppe Südafrikaner, die noch immer an die Apartheid glauben, und zeigten, wie der Hass in junge Männer gepflanzt wird.



Den Lammerhuber Photography Award, der mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert ist, sowie eine Lobende Erwähnung in der Kategorie Lumix Multimeia Award erhielt der amerikanische Fotograf Christopher Capozziello. Seine Alltagsgeschichte »The Distance Between Us« zeigt die vergangenen zehn Jahre seines an zerebraler Lähmung erkrankten Zwillingsbruders Nick, den er mit seiner Kamera begleitet hat.


Eine weitere Lobende Erwähnung in der Kategorie LUMIX Multimedia Award ging an Maisie Crow für ihre multimediale Arbeit »Half Lives: The Chernobyl Workers Now«. Anhand von sehr emotionalen Interviews wird das Leben der von der Ukrainischen Regierung umgesiedelten und vergessenen Opfer des Reaktorunglücks in Tschernobyl dargestellt.