Die Gewinnerarbeiten 2014


Die finnische Fotografin Meeri Koutaniemi gewinnt mit ihrer Arbeit »Taken« den FREELENS Award und 10.000 Euro Preisgeld. Ihre Arbeit über die brutale Genitalverstümmelung bei Frauen in Afrika wird im Tschechischen Pavillon gezeigt. Die Weltgesundheitsorganisation geht von weltweit mehr als 140 Millionen weiblichen Opfern von Genitalverstümmelungen aus. Obwohl die meist unter schlechten Bedingungen vollzogene, schmerzhafte Operation mittlerweile als Menschenrechtsverletzung verurteilt wird, praktizieren noch immer 29 Länder diese grausame Tradition.


Andrea Gjestvang erhielt eine Lobende Erwähnung mit 1.000 Euro für »One Day in History«. Mit ihren eindrücklichen Porträts erinnert sie an das furchtbare Massaker auf der norwegischen Insel Utøya, das vor drei Jahren die Welt erschütterte. Ihre Ausstellung wird in den Gärten im Wandel gezeigt.


Mads Nissen bekam für seine im Skywalk gehängte Reportage »Homophobia in Russia« ebenfalls eine Lobende Erwähnung und 1.000 Euro. Im Juni 2013 wurde Russlands Homophobie von den Straßen in die Legislative getragen: Es ist vielerorts verboten, Gay-Pride-Demonstrationen zu veranstalten, die Rechte Homosexueller zu verteidigen oder auch nur zu behaupten, homosexuelle Beziehungen seien heterosexuellen gleichwertig.


Die dritte Lobende Erwähnung ging an Rahul Talukder für seine Arbeit "Collapse of Rana Plaza". Im April 2013 stürzte die Textilfabrik in Bangladesch ein. Die Trümmer begruben mehr als 1.000 Menschen, ca. 2.500 wurden verletzt. Das für Büros konzipierte Gebäude konnte der Last und den Vibrationen der schweren Maschinen nicht standhalten. Trotz vorheriger Warnungen mussten die Arbeiter weiter in der Fabrik arbeiten.


Auch das Publikum war von Andrea Gjestvangs Arbeit "One Day in History" tief berührt. Die Fotografin erhielt fast ein Zehntel der 1.205 abgegebenen Stimmen und damit den HAZ Publikumspreis, der mit 1.000 Euro dotiert ist.

Der Lumix Multimedia Award wurde dieses Jahr an zwei Fotografen vergeben.


Die ersten 2.500 Euro für die beste Multimedia-Story gingen an den Hannoveraner Fotostudenten Patrick Slesiona für »Zwei Seiten - leben mit der unverzeihlichen Tat«. Er und seine Ko-Autoren Christian Werner und Marcel Wolgram regen mit ihrer Geschichte einen gesellschaftlichen Diskurs an und überzeugten die Jury. Zwölf Jahre ist Martin Schmidt mit seiner Frau Anke verheiratet. Parallel hat er eine Geliebte. 2007 eskaliert die Situation. Seine Geliebte fordert von ihm eine Entscheidung: »Entweder ich oder deine Frau!« Schmidt rastet aus und sticht mit einem Küchenmesser auf seine Geliebte ein. Sie überlebt. Bei seiner Ehefrau findet Schmidt trotz einer fünfjährigen Haftstrafe stabilen Rückhalt.

Christopher Capozziello wurde für "A State of Mind" ebenfalls mit dem Lumix Multimedia Award und 2.500 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Mit 18 Jahren lernt Christopher Capozziello die elfjährige Monica kennen. Sie ist die Schwester seines Freundes. Schon wenige Jahre später ist Monica heroinabhängig. Christopher Capozziello hält ihren Weg in Bildern fest: Monica und ihre Freunde, wie sie Heroin einnehmen; Monica und Kyle, der Mann, den sie in der Entziehungskur kennenlernt; Monica schwanger mit ihrem ersten Kind. Mit der Geburt ihrer Tochter Juliette wird Monica clean. Doch dann stirbt Kyle an einer Überdosis.



Den Lammerhuber Photography Award, der mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert ist erhielt die deutsche Fotografin Fara Phoebe Zetzsche für ihre Alltagsgeschichte »Stray Kids«, für die sie Straßenkinder in Berlin begleitete. Immer mehr junge Menschen fliehen vor Problemen mit ihren Eltern in ein Leben auf der Straße. Viele kommen nach Berlin, um ihr vermeintliches Glück in der Anonymität der Großstadt zu finden. Für Paula, Kevin, Nico und Ole ist das Leben hier ein Überlebenskampf. Aber auch Freiheit.

Eine Lobende Erwähnung in der Kategorie LUMIX Multimedia Award ging an Berta Tilmantaite für ihre multimediale Arbeit »Oleg - The Hunter«. Dies ist eine kurze Geschichte über Oleg Timofejewitsch Odnolko. Oleg ist Jäger und verbringt sehr viel Zeit in den endlosen Weiten der Taiga im Nordosten Russlands. Die Jagd ist nicht mehr so profitabel wie früher, aber die Herausforderungen stören Oleg nicht. In Berta Tilmantaites Film erzählt Oleg über sein Leben in der Wildnis, die schon immer sein Traum war, jetzt seine wirkliche Heimat ist und ihm Arbeit gibt.

Die zweite Lobende Erwähnung ging an Yeong-Ung Yang für "Endless Bus Trip". »Bus-kkun« ist ein koreanischer Slangbegriff für einen arbeits- oder obdachlosen Menschen, der mindestens zweimal am Tag eine Retourbusfahrt aus der New Yorker Chinatown zum Sands Casino in Pennsylvania macht. Bus-kkuns fahren wegen der kostenlosen Spielgutscheine dort hin, die sie bei ihrer Ankunft bekommen und heimlich an Spieler weiterverkaufen. Yeong-Ung Yang konzentriert sich in seiner Geschichte auf den Tagesablauf dieser Menschen.


01. Mustafah Abdulaziz »Water«



In seinen eindrücklichen Bildern zeigt Mustafah Abdulaziz die Problematiken auf, die durch Wasserknappheit und mangelnde Hygiene entstehen. Für seine Arbeit bereiste Mustafah Abdulaziz Sierra Leone, Äthiopien, Somalia und Pakistan.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


02. Francesco Anselmi »Xenios Zeus«



Am Beispiel der "Xenios Zeus", einer Polizeieinheit, deren Aufgabe es ist, nicht-griechische Bürger aus dem Land zu verbannen, dokumentiert Francesco Anselmi die katastrophalen sozialen Konsequenzen der Wirtschaftskrise in Griechenland.

Ausstellungsort H / Richard Kühn Haus


03. Arnau Bach »Suburbia«



Mehrere Jahre dokumentierte Arnau Bach die Gangstrukturen im Pariser Département 93, einem sozialen Brennpunkt im Norden der französischen Haupt- stadt. Mit "Suburbia" schafft er einen differenzierten Blick auf die Probleme der Banlieus in Frankreich.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


04. Lasse Bak Mejlvang »A Place They Call Home«



In den letzten Jahren ist das Vorgehen der dänischen Regierung gegen psychisch kranke Asylbewerber stark in die Kritik geraten. Lasse Bak Mejlvang begleitete den 16-jährigen Remzi Baftijari, der an Depressionen und Halluzinationen leidet und in den Kosovo abgeschoben wurde.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


05. Franz Bischof »Kiruna«

Kiruna, das Nordlicht unter Schwedens Städten, zählt kaum 20.000 Einwohner. Doch der weltgrößte Eisenerz-Untertagebau zerstört die Stadt. Franz Bischof dokumentiert Kirunas Alltag zwischen Abriss und Neuaufbau.

Ausstellungsort B / CampMedia


06. Arnau Blanch Vilageliu »Veneno«



In impressiven Schwarz-Weiß-Bildern fängt Arnau Blanch Vilageliu in "Veneno" kurze Momente, Begegnungen und vor allem geheime Welten des kolumbiani- schen Dschungels ein.

Ausstellungsort C / SkyWalk


07. Henning Bode »Die Kinder des King-Cotton«

Das Mississippi-Delta, eine der ärmsten Regionen der USA, wird nach wie vor als Geburtsort des Blues romantisiert. Das dortige Alltagsleben hat damit allerdings nur wenig zu tun. Henning Bode fokussiert sich in seinem Foto-Essay auf die Menschen und deren Geschichten.

Ausstellungsort F / BMW Center


08. Albert Bonsfills »Lina and Mengchun«

Mit zehn wurde Lina blind. Mengchun wurde mit der in China sehr seltenen Krankheit Albinismus geboren und ist in ihrem Sehvermögen ebenfalls stark eingeschränkt. Albert Bonsfills hält die Freundschaft der beiden Frauen fest, die sich in Peking kennenlernten und seitdem jede Minute des Tages zusammen verbringen.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


09. Antoine Bruy »Les Maquis (Scrublands)«

Ein Leben ohne das gleichmäßige Ticken einer Uhr, dafür im Rhythmus der Jahreszeiten, des Mondes, der Natur. Antoine Bruys stille, zurückgenommene Bilder porträtieren Menschen in Europa, die sich für ein anderes Leben entschieden haben, ein Leben abseits unserer Leistungsgesellschaft.

Ausstellungsort C / SkyWalk


10. Oscar B. Castillo »Our War, Our Pain«

Allein im Jahr 2012 gab es in Venezuela laut Regierung 16.000 Morde – die Dunkelziffer ist unbekannt. Oscar B. Castillo dokumentiert die zunehmende Gewalt in seinem Heimatland.

Ausstellungsort C / SkyWalk


11. Alejandro Chaskielberg »La Creciente«

In bunten, großformatigen Bildern zeigt Alejandro Chaskielberg die von der städtischen Zivilisation abgeschotteten Bewohner der Inseln im Paraná Delta in Buenos Aires. Zweieinhalb Jahre dokumentierte er deren Alltag und die innige Verbundenheit von Mensch und Fluss.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


12. Philip Cheung »Desert Dreams: United Arab Emirates«

Was bleibt, wenn in einem ölreichen Land die Population zu 85 Prozent aus ständig wechselnden Expatriaten besteht? Philip Cheung dokumentiert stimmungsvoll und präzise in hellen, fast schon pastellfarbenen Bildern die Kontraste und den Wandel der Vereinigten Arabischen Emirate.

Ausstellungsort H / Richard Kühn Haus


13. Colin Delfosse »Dancing Ashes«

Am 20. November 2012 übernimmt die Rebellengruppe M23 die Stadt Goma in Nord-Kivu. Colin Delfosse dokumentiert in seiner Arbeit "Dancing Ashes" den anhaltenden Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo.

Ausstellungsort C / SkyWalk


14. Hossein Fatemi »An Iranian Journey«

Hossein Fatemis Arbeit schafft einen authentischen Blick auf die iranische Ge- sellschaft – abseits der oft klischeebehafteten Bilder von Frauen mit Burka oder Demonstranten, die Flaggen verbrennen.

Ausstellungsort C / SkyWalk


15. Fabian Fiechter »Gold Diver«

Die Philippinen sind reich an Bodenschätzen, zugleich leben jedoch viele Menschen in ärmlichsten Verhältnissen. In der vagen Hoffnung auf einen großen Goldfund arbeiten 20 Prozent der Bevölkerung im illegalen Goldabbau – ausgerüstet mit zusammengebasteltem Equipment riskieren sie dabei oft ihr Leben.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


16. Kris Finn »Welcome to Williston – Letzte Hoffnung Ölboom«

Das Zentrum des Ölbooms liegt im kleinen Städtchen Williston im US-Bundesstaat North Dakota, wo ein Teil des Bakken-Ölfelds verläuft. Einfühlsam erzählt Kris Finn die Geschichte derer, die sich im fes-ten Glauben an den amerikanischen Traum dorthin auf den Weg gemacht haben.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


17. Andrea Gjestvang »One Day in History«

Andrea Gjestvang erinnert mit eindringlichen Porträts von Überlebenden an das furchtbare Massaker auf der norwegischen Insel Utøya, das vor drei Jahren die Welt erschütterte.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


18. Julien Goldstein »Kurdistan: People with no rights, but anger«

Kurdistan wird bis heute nicht als unabhängiger Staat anerkannt, was die Kurden zur größten Gruppe staatenloser Personen der Welt macht. In ruhigen Bildern erschließt Julien Goldstein Land und Kultur der Kurden sowie deren Kampf um Anerkennung und die eigene Identität.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


19. Insa Cathérine Hagemann »Transition - Tanz des Lebens«

Wie fühlt man sich, wenn das ganze Leben aus Tanz besteht und dieser Teil des Lebens nach 20 Jahren endet? Die 40-jährige Karine Seneca beendet ihre Karriere an der Staatsoper Hannover und schaut in eine ungewisse Zukunft – ein abruptes Berufsende in der Lebensmitte.

Ausstellungsort C / SkyWalk


20. Marie Hald »Bonnie«

Bonnie begann mit 18 Jahren als Prostituierte zu arbeiten. Zwei ihrer Kinder sowie das Dorf, in dem sie lebt, wissen darüber Bescheid. Bonnies einziger Wunsch ist es, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


21. Casper Hedberg »Buzkashi«

Buzkashi ist der Nationalsport in Afghanistan: Berittene Männer kämpfen um ein totes Kalb oder Lamm. Casper Hedbergs Bilder zeigen die mitfiebernden Zuschauer, den Schweiß und die Geschwindigkeit der Sportart, bei der man schon mal ein Jahresgehalt durch ein einziges Spiel verdienen kann.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


22. Abdollah Heidari »I want my face«

Kiew im Februar: Die Konflikte auf dem Majdan haben einen Höhepunkt erreicht und Dutzende Menschen ihr Leben verloren. Sandro Maddalena zeigt diejenigen, die für die Revolution gekämpft haben – autonome Rebellen, Paramilitärs und Geistliche.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


23. Magnus Holm »Detroit«

Die Blütezeit Detroits ist lange vorbei, heute gilt sie als gefährlichste Stadt der USA – mit durchschnittlich einem Mord pro Tag. Die Verzweiflung ist groß. Magnus Holm zeigt in seinem Langzeitprojekt das Leben der Obdachlosen in den leer stehenden Gebäuden, die an den Autoindustrie-Boom erinnern.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


24. Nick Jaussi »The maricas of Santa Fe«

Nick Jaussi fotografierte Transvestiten im Rotlichtviertel Santa Fe in Bogotá, Kolumbien. Sie nennen sich Maricas, eigentlich ein Schimpfwort für Homosexuelle, und wohnen in einem gemeinschaftlichen Haus. Viele von ihnen verdienen ihr Geld mit Prostitution.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


25. Philipp Jeske »Russlands neue Verteidiger«

"Die Grenzwache von Tomsk" ist ein Ferienlager in Sibirien, in dem sich jeden Sommer rund 150 Kinder treffen. Sie werden dort militärisch ausgebildet, körperlich fit gemacht, in Religion unterrichtet sowie in den Traditionen des alten Russlands.

Ausstellungsort C / SkyWalk


26. Birte Kaufmann »The Travellers«

Traveller sind die größte Minderheitsgruppierung Irlands. Die Traditionen und Lebensweisen dieser nomadischen Wanderarbeiter finden in der Gesellschaft nur wenig Akzeptanz. Viele Familien leben illegal am Straßenrand, oft ohne Strom und fließend Wasser – auf der Suche nach einer neuen Identität.

Ausstellungsort F / BMW Center


27. Felix Kleymann »Pacificação«

Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Felix Kleymann dokumentieren die Auswirkungen des Pacification Programs in Rio de Janeiro. Sie erzählen vom Kampf gegen organisierte Kriminalität, Drogenschmuggel und Korruption, aber auch von der extravaganten Lebensweise in Stadtteilen wie Copacabana oder Ipanema.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


28. Meeri Koutaniemi »Taken«

Die Weltgesundheitsorganisation geht von weltweit mehr als 140 Millionen weiblichen Opfern von Genitalverstümmelungen aus. Obwohl die meist unter schlechten Bedingungen vollzogene, schmerzhafte Operation mittlerweile als Menschenrechtsverletzung verurteilt wird, praktizieren noch immer 29 Länder diese grausame Tradition.

Ausstellungsort G / Tschechischer Pavillon


29. Sara Lewkowicz »Maggie«

Die Arbeit "Maggie" wirft einen tiefen, unbeirrbaren Blick auf häusliche Gewalt als Prozess – wie Missbrauch die Beziehung einnimmt und schließlich seinen Höhepunkt erreicht. Sara Lewkowicz begleitete Maggie, die Opfer war und heute Frauen ermutigen möchte, sich der Gewalt zu entziehen.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


30. Konrad Lippert »They Call It Trouble«

Auch noch 15 Jahre nach dem Karfreitags- abkommen bestimmt eine Atmosphäre von Misstrauen, Hass, Gewalt und Angst das Leben der Bewohner in den sogenannten Interface Areas von Belfast – den protestantischen und katholischen Wohngebieten, die durch Friedensmauern getrennt werden.

Ausstellungsort C / SkyWalk


31. Andrew Lubimov »Football Hooligans. The taste of defeat«

Andrew Lubimovs Arbeit beschäftigt sich mit einer an der englischen Fankultur orientierten ukrainischen Jugendbewegung. Der Hass zwischen den einzelnen rivalisierenden Fraktionen ist ihre Hauptantriebskraft – wobei ursprüngliche ideologische Aspekte immer mehr in den Hintergrund treten.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


32. Sandro Maddalena »The road of revolution«

Kiev in February: the conflicts on Majdan (Independence) Square have reached a climax, and dozens of people have lost their lives. 'The road of revolution' depicts those who fought for the revolution: autonomous rebels, paramilitaries and priests.

Ausstellungsort C / SkyWalk


33. Mads Nissen »Homophobia in Russia«

Im Juni 2013 wurde Russlands Homophobie von den Straßen in die Legislative getragen: Es ist vielerorts verboten, Gay-Pride-Demonstrationen zu veranstalten, die Rechte Homosexueller zu verteidigen oder auch nur zu behaupten, homosexuelle Beziehungen seien heterosexuellen gleichwertig.

Ausstellungsort C / SkyWalk


34. Michele Palazzi »Black Gold Hotel«

Eine Reise durch die Mongolei: von Familien in der Wüste Gobi, die trotz Schwierigkeiten den Traditionen folgen, über Kinder, die für Nahrung und Schutz auf einer Deponie leben, bis hin zu Menschen, die ihr Nomadenleben aufgeben, um das Glück in der Stadt zu finden – aber doch irgendwo dazwischen gefangen bleiben.

Ausstellungsort C / SkyWalk


35. Ilana Panich-Linsman »The Tree and the Apple«

Die elfjährige Emily Dextraze kommt aus Westfield, Massachusetts und nimmt regel- mäßig an Schönheitswettbewerben teil. Vorsichtige Schätzungen gehen von mehr als 2,5 Millionen amerikanischen Mädchen aus, die bereits im Kleinkindalter Teil dieser Industrie sind.

Ausstellungsort C / SkyWalk


36. Alessandro Penso »YOUTH DENIED: Youth migrants in Greece«

Griechenland ist für Einwanderer aus dem Mittleren Osten und Zentralasien das Tor zu Europa. Doch aufgrund einer strengen Einwanderungspolitik endet der Weg für die meisten dort: Tausende Einwanderer verstecken sich in verlassenen Fabriken in Patras oder im alten Bahnhof von Korinth.

Ausstellungsort C / SkyWalk


37. Valentina Piccinni »The fighters of Ukrainian revolution«

Tausende Menschen aus allen Regionen der Ukraine wurden zu Kämpfern während der Majdan-Revolution in Kiew. Sie gehören allen sozialen Schichten an – Studenten, Arbeiter, Geschäftsleute, ehemalige Soldaten und Bodyguards– und sind bereit, für die Freiheit ihres Landes zu sterben.

Ausstellungsort H / Richard Kühn Haus


38. Giulio Piscitelli »From there to here«

Giulio Piscitelli zeichnet ein Bild der heutigen europäischen Einwanderungssituation. Fallstudienartig betrachtet er dabei die Einwanderungsströme nach Italien. Illegale Landungen von Nordafrikanern, Haftzentren für Einwanderer, die Jugend sowie Fort- und Rückschritte in der Flüchtlingspolitik sind Themen seiner Auseinandersetzung.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


39. Jordi Pizarro »The Believers Project«

Als Teil eines Langzeitprojekts untersucht Jordi Pizzaro religiöse Gemeinschaften in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Der Fotograf dokumentiert, wie Gemeinschaften durch Religion gebildet oder aufgebrochen werden und wie durch das Weiterreichen von Traditionen der Glaube gefestigt wird.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


40. Sergey Ponomarev »Syria. War and Peace.«

Die Bevölkerung von Damaskus hat sich an den Krieg und seine Geräuschkulisse gewöhnt – nur die Tauben ergreifen bei plötzlichen Explosionen die Flucht. Die Altstadt ist lebendig und duftet nach Gewürzen. Die Vororte jedoch sind von Rebellen besetzt und zu Hochburgen des Aufstands geworden.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


41. Laerke Posselt »Beautiful Child«

Kinderschönheitswettbewerbe gewinnen in den USA immer mehr an Popularität. Doch auch Diskussionen über die Sexualisierung von Kindern und die Zerstörung kindlicher Selbstbilder nehmen zu. Diese Arbeit zeigt den Alltag von Sophia und Evie (beide 2) zwischen Laufgitter und Laufsteg.

Ausstellungsort D / Planet MID


42. Pavel Prokopchik »Apashka«

"Apaschka" bedeutet auf kasachisch "Oma". So wird Bifatima Dauletova genannt – die Schamanin aus dem Süden des Landes. Die angesehene Heilerin gehört der alten Derwisch-Tradition an. Viele Menschen kommen von weit her, um ihre Probleme von Apaschka lösen zu lassen.

Ausstellungsort G / Tschechischer Pavillon


43. Ryan Spencer Reed »Despite Similarities to Reality, This is a Work of Fiction«

Ryan Spencer Reed begleitete die moderne Inkarnation der »Band of Brothers«, die 4. Kampfbrigade der 101. Luftlandedivision, über ein Jahr während ihrer Ausbildung und ihres Einsatzes in Afghanistan.

Ausstellungsort C / SkyWalk


44. Emanuele Satolli »Krokodil: The World’s Deadliest Drug«

Krokodil ist eine aus hochgiftigen Chemikalien hergestellte Droge, die verheerende Auswirkungen auf die menschlichen Organe hat. Krok-Konsumenten haben eine Lebenserwartung von etwa drei Jahren. In den Vororten von Jekaterinburg ist Krokodil als Heroinalternative weit verbreitet.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


45. Charlotte Schmitz »Yo soy lo que soy – I am who I am (Ich bin wer ich bin)«

Im Süden Ecuadors leben etwa 100 von weltweit 300 kleinwüchsigen Menschen mit dem Laron-Syndrom. In den 90er- Jahren stellten sie sich als Probanden für Hormontherapien bereit – in der Hoffnung zu wachsen. Das teure Medikament wurde entwickelt, kam jedoch nie bei ihnen an.

Ausstellungsort H / Richard Kühn Haus


46. Julius Schrank »New Burma's Shadows«

Myanmar befindet sich nach mehr als 40 Jahren Militärdiktatur im Wandel, öffnet sich dem Tourismus und ausländischen Medien. Doch immer wieder entstehen neue Konflikte: Erst 2012 brach eine Gewaltwelle aus, die mehr als 7.000 nieder- gebrannte Häuser und 100.000 Flüchtlinge hinterließ.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


47. Chi Yin Sim »Dying to Breathe«

Vor zehn Jahren wurde bei He Quangui Silikose diagnostiziert. Die unheilbare Quarzstaublunge entsteht durch das stän- dige Einatmen von Minenstaub. Der ehemalige Minenarbeiter ist einer von 200 Erkrankten in seinem Dorf.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


48. Jeremie Souteyrat »Fukushima, sacrified land«

Japans Regierung investiert 13 Milliarden Dollar, um die Sperrzone in Fukushima zu dekontaminieren. Noch immer leben viele Menschen nach der nuklearen Katastrophe in Übergangsquartieren – und hoffen, eines Tages heimkehren zu können.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


49. Rahul Talukder »COLLAPSE OF RANA PLAZA «

Im April 2013 stürzte die Textilfabrik in Bangladesch ein. Die Trümmer begruben mehr als 1.000 Menschen, ca. 2.500 wurden verletzt. Das für Büros konzipierte Gebäude konnte der Last und den Vibrationen der schweren Maschinen nicht standhalten. Trotz vorheriger Warnungen mussten die Arbeiter weiter in der Fabrik arbeiten.

Ausstellungsort C / SkyWalk


50. Maria Turchenkova »Hidden War in the Caucasus«

In den letzten zehn Jahren ist die russische Republik Dagestan im Nordkaukasus zum Schauplatz von Konflikten zwischen verschiedenen islamischen Gruppen geworden. Obwohl die russische Regierung die Aufstände energisch bekämpft, gehören Schießereien, Bombenanschläge und Entführungen zum Alltag.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


51. Rebecka Uhlin »The Marriage«

Seit 56 Jahren sind Rebecka Uhlins Großeltern verheiratet. Ihre Bilder zeigen das Paar als stabile Einheit, in der zwei Individuen komplett aufeinander bauen und ihre Rollen gefunden haben. Während sie ein Leben lang rücksichtsvoll miteinander umgegangen sind, wächst nun die Sorge, irgendwann allein sein zu müssen.

Ausstellungsort G / Tschechischer Pavillon


52. Iveta Vaivode »Somewhere on a disappearing path«

Iveta Vaivode begibt sich auf den Weg nach Pilcene in Ostlettland – dem Geburtsort ihrer Mutter und Großmutter. Durch die Reise findet sie eine neue Heimat und kreiert ihre ganz eigene Familiengeschichte.

Ausstellungsort F / BMW Center


53. Sébastien Van Malleghem »PRISON«

Der belgische Fotograf gibt einen Einblick in den Alltag in belgischen Gefängnissen. Dabei hinterfragt er das System des Vollzugs und den damit verbundenen Kreislauf aus Armut, Gewalt, Korruption, Machtmiss- brauch, Aggressivität, Angst und Scheitern.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


54. Aaron Vincent Elkaim »Sleeping with the Devil«

Die indigene Bevölkerung leidet unter den Auswirkungen des Ölsandabbaus in der kanadischen Provinz Alberta. Aaron Vincent Elkaim zeigt in stimmungsvollen Bildern den Versuch der Einwohner von Fort McKay, ihre Tradition, ihre Kultur und ihren Glauben zu bewahren.

Ausstellungsort C / SkyWalk


55. Daniele Volpe »Guatemala Genocide«

1996 wurde der Bürgerkrieg in Guatemala, der ca. 200.000 Menschenleben forderte, nach 36 Jahren offiziell für beendet erklärt. Noch immer suchen viele nach Angehörigen, die auf der Flucht vor der Armee starben oder im Dschungel verhungerten.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


56. Lucas Wahl »Mekong Source to Sea«

Diese Arbeit ist ein Versuch, die Mutter aller Wasser – den Mekong – zu porträtieren. Auf seinen Reisen erlebte Lucas Wahl einen Fluss, der sich selbst und damit die Menschen an seinen Ufern verändert – vom tibetischen Hochland über China, Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha bis Vietnam, wo er ins Meer mündet.

Ausstellungsort A / Design Center HS Hannover


57. Mario Wezel »One in eight hundred«

Mehr als 90 Prozent der dänischen Eltern entscheiden sich für eine Abtreibung, wenn sie erfahren, dass ihr Kind mit Downsyndrom geboren werden könnte. Mario Wezel zeigt in seinen lebendigen, sehr persönlichen Bildern die Lebenswelt der fünfjährigen Emmy, deren pränataler Test ein Risiko von 1:800 ergab.

Ausstellungsort E / Gärten im Wandel


58. Jonas Wresch »Potosi's kleine Wächter«

Mitte des 16. Jahrhunderts machte der Abbau von Silber Potosí im Süden Bolivi- ens zu einer der reichsten Städte der Welt. Heute zeugen nur noch die Altstadtfas- saden vom früheren Glanz. Jonas Wresch dokumentiert das Leben einer Familie auf dem ehemals "reichen Berg".

Ausstellungsort C / SkyWalk


59. Adrian Wykrota »Modern Polish Wedding«

Auch in einem streng katholischen Land wie Polen hat sich die Hochzeitskultur drastisch geändert. Neben den bekannten Traditionen – dem Feiern mit Spanferkel und Brautjungfern – gehört heute auch aufwändige Pyrotechnik dazu.

Ausstellungsort F / BMW Center


60. Fara Phoebe Zetzsche »Stray Kids«

Immer mehr junge Menschen fliehen vor Problemen mit ihren Eltern in ein Leben auf der Straße. Viele kommen nach Berlin, um ihr vermeintliches Glück in der Anonymität der Großstadt zu finden. Für Paula, Kevin, Nico und Ole ist das Leben hier ein Überlebenskampf. Aber auch Freiheit.

Ausstellungsort C / SkyWalk


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